Frank Mella "Wie der DAX entstand" - page 10

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Wie der Hund auf den Dachs kam
Das Kürzel
DAX
verdanken wir Manfred Zaß,
damals Vorstandsmitglied der DGZ (heute
DekaBank) und stellvertretender Vorstands-
vorsitzender der Frankfurter Wertpapierbörse.
Zaß erzählt gern, das Kürzel
DAX
sei ihm beim
Spaziergang mit dem Hund eingefallen –
einem Labrador, keinem Dachshund, wie
schon pfiffig vermutet wurde. Anderntags
besprach Zaß seinen Einfall kurz mit Kollegen,
und gegen Mittag erfuhr ich davon aus der
Arbeitsgemeinschaft. Ich ergänzte noch einige
Details, und am 15.6.88 erschien das Kürzel
zum ersten Mal in einer Zeitungs-Überschrift:
"Taufpate" des DAX: Manfred Zaß
Das Warenzeichen wurde dann Domäne der
Juristen - bemüht, die neue Spezies unter
Artenschutz zu stellen. „Am 21. Juni 1989
meldete die Frankfurter Börse, vertreten durch
Münchener Anwälte, die Marke
DAX
als
Wortmarke beim Deutschen Patent- und
Markenamt an (AKZ 1164323). Der Eintrag
selbst erfolgte am 19. September 1990. Dabei
waren die Frankfurter nicht die ersten, die sich
DAX
schützen ließen. Bereits 1986 meldete der
Chemiekonzern BASF den Eintrag derselben
Marke in das Register an (AKZ 1184072). Da
sich die Ludwigshafener die Marke allerdings
nur für chemische Erzeugnisse haben sichern
lassen, war der Name in den Klassen der
Finanzdienstleistungen und bei Druck-
erzeugnissen noch zu haben“ (Christian
Haßler, TU Darmstadt, 2003).
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